EU-Schweinemarkt: Angebot übertrifft weiterhin die Nachfrage

Notierung sinkt in Deutschland und Österreich um 5 Cent.

Wien, 6. November 2015 (aiz.info). - Am ohnehin seit Wochen reichlich versorgten EU-Schweinefleischmarkt zeichnet sich keine Entspannung ab, ganz im Gegenteil: Befürchtungen über negative Effekte durch die fleischkritische WHO-Studie finden ihre Bestätigung. Preiseinbußen quer durch das Teilstücke-Sortiment sind die Folge. Die logische Konsequenz für den Schweinemarkt sind weitere Verluste von bis zu 5 Cent wie etwa in Deutschland. In Frankreich wartet man noch vergebens auf eine offizielle Notierung, Fortschritte im Hinblick auf einen Neustart der Schweinebörse in Plérin zeichnen sich aber bei den Verhandlungen ab.

In Österreich prägen Überhänge bei Schweinen und Schweinefleisch das Bild am Markt. Exportorientierte Vermarkter mit Schwerpunkt Italien berichten von Absatzeinbußen bei Fleisch von 20% und bei Wurstwaren von bis zu 30%. Dies war auch das Hauptargument für die vehementen Forderungen nach einer Preisrücknahme seitens der österreichischen Schlachtunternehmen. Vor dem Hintergrund mitgeschleppter Überhänge und eines überdurchschnittlich hohen frischen Angebots musste auch hierzulande ein Minus von 5 Cent zur Kenntnis genommen werden. Die Mastschweine-Notierung sinkt somit auf 1,31 Euro (Berechnungsbasis: 1,21 Euro je kg Schlachtgewicht).

"Anzeichen auf eine Entspannung am Schweinemarkt sind derzeit nicht wirklich sichtbar. Zur Stabilisierung braucht es Impulse vom Weihnachtsgeschäft und - die hoffentlich bevorstehende - Öffnung der Privaten Lagerhaltung in Brüssel", stellt Johann Schlederer von der Schweinebörse die kurzfristigen Marktaussichten fest.