Russland-Embargo: EU-Kommission stockt Hilfen für Obst- und Gemüseerzeuger auf

Für Marktrücknahmen sind weitere EUR 165 Mio. vorgesehen.

Brüssel, 29. September 2014 (aiz.info). - Für die Erzeuger von Obst und Gemüse, die ihre Ware nicht mehr nach Russland verkaufen können, legt die EU-Kommission ein neues und gezielteres Hilfsprogramm auf. Im Rahmen des Informellen EU-Agrarrates in Mailand verkündete EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos ein zweites Hilfspaket für die Erzeuger. Es soll noch in dieser Woche in Kraft treten. Das erste Programm musste geschlossen werden, nachdem vor allem in Polen großen Mengen angedient wurden, die weit über die üblichen Lieferungen nach Russland hinausgehen. Das erste Programm belief sich auf EUR 125 Mio. - für das zweite Programm will die EU-Kommission EUR 165 Mio. aus dem EU-Agrarbudget mobilisieren.

Im neuen Programm werden die Mengen für die einzelnen EU-Mitgliedstaaten begrenzt. Hilfen für Kohl, Karfiol, Pilze und Beeren werden ganz gestrichen. Dafür wird eine flexible Reserve für je 3.000 t eingeführt, über die die EU-Mitgliedstaaten freier verfügen können. Die gestoppten Hilfen für die Einlagerung von Käse sollen dagegen nicht wieder aufgegriffen werden. Ciolos verwies in Mailand auf die Interventionsmöglichkeiten für Butter und Milchpulver, die den Markt stabilisieren könnten. Von den Beihilfen für die private Einlagerung von 155.000 t Käse wurden gut 100.000 t in Anspruch genommen, vor allem von italienischen Molkereien.
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