Heimischer Apfellagerstand war im Jänner etwas geringer als im Vorjahr

Im Dezember 2015 wurden 12.800 t Tafeläpfel vermarktet.

Wien, 1. Februar 2016 (aiz.info). - Die Apfel-Lagerbestandserhebung bei den österreichischen Vermarktern ergab mit Stichtag 1. Jänner 2016 einen Vorrat von 119.920 t. Damit waren um 4,8% weniger Äpfel als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum vorrätig. Der größte Teil dieser Lagermenge entfiel naturgemäß mit 108.880 t auf die Steiermark. Die heimischen Apfelverkäufe erreichten im Dezember 2015 eine Größenordnung von 12.806 t. Daraus ergibt sich zum Vorjahr eine leichte Absatzsteigerung von 4,8%, teilt die Agrarmarkt Austria (AMA) mit.

In der Sortenentwicklung lag Golden Delicious bei der Erhebung am 1. Jänner 2016 mit 39.216 t unter dem Wert des Vorjahres, damals waren es noch etwas mehr als 46.200 t. Etwas anders ist die Entwicklung bei Gala verlaufen. Hier waren zum Erhebungszeitpunkt mit 20.907 t um 4.500 t mehr als im Vorjahr vorhanden. Braeburn und Idared bewegten sich mengenmäßig auf dem Niveau von 2015. Von der Sorte Jonagold waren bei den Vermarktern noch 7.468 t vorrätig, knapp 1.000 t weniger als im Vorjahr. Bioäpfel waren zum Stichtag 1. Jänner noch in einer Größenordnung von 10.530 t verfügbar, damit war der Bestand um etwa 13% größer als im Vorjahr.

Die Regalplätze im Handel sind weiterhin stark umkämpft. Zahlreiche Aktionen zu teilweise sehr niedrigen Preisen im Lebensmitteleinzelhandel sollten aber dafür sorgen, dass die Lagerbestände zügig abgebaut werden können. Sehr unterschiedlich verlief laut AMA die Entwicklung der Großhandelspreise. Die Sorten Boskop, Braeburn und Fuji konnten im Vergleich zum Vormonat die Preise nicht halten. Dagegen blieb die Preissituation bei Elstar und Golden Delicious stabil. Gala verzeichnete geringfügige Korrekturen. Im Vergleich mit dem Vorjahr hat sich hier noch kein einheitlicher Trend herausgebildet. Die einzelnen Sorten liegen sowohl unter als auch über den Preisen des Jahres 2015.

EU-Lagerbestand auf Vorjahresniveau

In der EU lag der Apfellagerstand am 1. Jänner 2016 bei 4,3 Mio. t, damit wurde beinahe das Niveau des sehr erntestarken Jahres 2015 erreicht. Vor dementsprechend großen Herausforderungen stehen somit die Marktbeteiligten im laufenden Jahr.

Sorgen bereitet vor allem die Entwicklung des Apfelkonsums. Eine aktuelle Studie einer niederländischen Erzeugerorganisation bestätigte den rückläufigen Absatztrend innerhalb der EU. Der Verbrauch soll im Zeitraum 2009 bis 2013 bei Äpfeln um 8,8% abgenommen haben. Birnen konnten sich dieser Entwicklung ebenfalls nicht entziehen, die Studienautoren erhoben für dieses Produkt einen Rückgang von 8,2%. Empfohlen wurden zielgerichtete Werbekampagnen, beispielsweise in sozialen Medien, um die Aufmerksamkeit sonst nicht erreichbarer Gruppen verstärkt auf bestimmte Produkte zu lenken.

Gebremstes Exportgeschäft

Zusätzliche Unsicherheiten bestehen durch das nur schwer kalkulierbare Exportgeschäft und durch die in vielen Regionen nur sehr kleinen Apfel-Durchmesser. Diese Früchte sind im Lebensmittelhandel schwerer abzusetzen. Die Markentlastung des Vorjahres und damit verbundene Preisverbesserungen waren zu einem guten Teil auf erfolgreiche Exportgeschäfte der osteuropäischen Länder zurückzuführen. Hier wartet man noch auf entsprechende Erfolge in der laufenden Saison.

Acht Staaten aus der EU bemühen sich aktuell um erleichterte Exportmöglichkeiten für Äpfel und Birnen in die USA. Der Antrag dafür läuft bereits seit dem Jahr 2007 und liefert damit einen Hinweis, wie schwer es ist, neue internationale Märkte zu erschließen. Auch wenn sich Österreich nicht unter diesen Ländern befindet, könnte ein erfolgreicher Abschluss dieser Verhandlungen noch 2016 zu einer Entlastung des europäischen Marktes beitragen.