2014 war stürmisches Jahr für die heimischen Rinderzüchter

Wegfall der gekoppelten Tierprämien und der Milchquote bringt große Herausforderungen.

Wien, 17. Dezember 2014 (aiz.info). - 2014 hat der Zentralen Arbeitsgemeinschaft österreichischer Rinderzüchter (ZAR) nicht nur Feiern zum 60 Jahr-Jubiläum beschert, trotz intensiver Verhandlungen musste die Interessenvertretung der über 24.000 heimischen Rinderhalter auch so manche Abstriche in Kauf nehmen, etwa den Wegfall der gekoppelten Tierprämien bei der Ausgestaltung zur Gemeinsamen Agrarpolitik 2014 bis 2020. "Die Kürzungen schlagen bei den intensiven Milchviehbetrieben und Mutterkuhhaltern am stärksten zu. Das wird den Strukturwandel in Zukunft noch mehr beschleunigen und den ländlichen Raum ausdünnen, umso wichtiger ist die Stärkung der Investitionsförderung", zieht Obmann Anton Wagner enttäuscht Bilanz. Weiters rechnet er damit, dass es durch das Auslaufen der Milchquoten sowohl zu einer weiteren Verlagerung der Produktion von den benachteiligten Gebieten in die Gunstlagen als auch zu einer steigenden Milchproduktion kommen wird: "Viele marktorientierten Betriebe werden ihre Herden aufstocken, wie schon die Milchleistungskontrolle 2014 zeigt, die einen neuen Rekord an Kontrollkühen (416.525 Stück) zu verzeichnen hat. Dies kündigt die fortschreitende Professionalisierung der heimischen Milchwirtschaftsbetriebe an."

Damit die Betriebe entsprechend für den globalisierten Wettbewerb gerüstet sind, stellt die ZAR mit ihrer Tochtergesellschaft ZuchtData den heimischen Züchtern unterstützende Werkzeuge zum Herdenmanagement, wie den Anpaarungsplaner, den Futterrationsberechner, RDV mobil und die Datenauswertung der Milchleistungskontrolle, zur Verfügung.

Schwierige Absatzbedingungen

Bezeichnend für 2014 sei ebenso das Auf und Ab beim Zuchtviehexport gewesen, so Wagner. Einem durchaus zufriedenstellenden ersten Halbjahr seien Rückschläge durch die Schmallenberg-Infektionswelle, das Russlandembargo und durch die in Algerien aufgetretene Maul- und Klauenseuche gefolgt. Mittlerweile sei aber eine spürbare Entspannung auf den Märkten zu spüren. "Der Export ist für die österreichischen Rinderhalter eine unverzichtbare Einnahmenquelle, für die wir uns 2015 mit zahlreichen Marketingaktivitäten unter der Marke Rinderzucht Austria engagieren werden", so Geschäftsführer Franz Sturmlechner. Über 20 internationale Messeauftritte sowie begleitende Maßnahmen und Projekte sind geplant. Auch neue Partnerschaften sollen aufgebaut werden.

Im November ist auch die Zukunftsoffensive der ZAR für eine innovative, wettbewerbs- und leistungsfähige Rinderzucht in Österreich angelaufen. Für Wagner ist sie "sowohl Auftrag als auch Herausforderung, den Mehrwert der Rinderzucht für die gesamte Gesellschaft und Wirtschaft aufzuzeigen und die heimische Rinderwirtschaft unter den schwierigen Rahmenbedingungen in bäuerlicher Hand zu halten. Das von uns vorgeschlagene 'Bauernmanifest' soll eine klare Botschaft an die Gesellschaft sein und den bäuerlichen Familien Perspektiven vermitteln. Wir brauchen Strategien für einen lebendigen ländlichen Raum, die sowohl der Abwanderung, vor allem junger Menschen, entgegenwirken, als auch verhindern, dass dadurch wertvolles Sozial- und Kulturgut verloren geht", so der Obmann abschließend.
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