EU-Schweinemarkt: Positive Preisentwicklung legt Verschnaufpause ein

Mastschweine-Notierung bleibt in Österreich unverändert.

Wien, 20. Mai 2016 (aiz.info). - Nach einem dreiwöchigen Aufwärtstrend, der den Schweinepreis wenigstens auf Vorjahresniveau anheben konnte, zeigen sich jetzt Angebot und Nachfrage ausgeglichener und die Stimmung am europäischen Markt entspannter als zuvor. Das nasskalte Pfingstwetter und feiertagsbedingt verkürzte Schlachtwochen haben das Gefühl einer Verknappung beseitigt. Während in Deutschland die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) ihren Basispreis für Schlachtschweine unverändert fortschreibt, haben einige Länder wie Italien, Spanien oder Frankreich (+2,5 Cent) noch Nachholbedarf.

Auch in Österreich hat sich das große Interesse an schlachtreifen Schweinen etwas beruhigt. Der Hauptgrund dafür ist die Aufeinanderfolge von zwei verkürzten Schlachtwochen. Trotz dieser Tatsache kommt es zu einigen Überhängen, die üblicherweise zu Preisdruck-Szenarien führen. Die Fleischbranche macht kein Hehl daraus, dass die Geschäfte jetzt gut gehen und die jüngsten Preiserhöhungen auch umgesetzt werden konnten. Eine Bilanz des ersten Trimesters 2016 zeigt, dass die Schlachtzahlen im Ausmaß von zirka 1% rückläufig waren. Dieses Minus wurde allerdings durch ein um 1 kg höheres Schlachtgewicht im Vergleich zum Vorjahr mehr als kompensiert. In Anlehnung an die europäische Situation wurde auch an der heimischen Schweinebörse die Mastschweine-Notierung auf dem Vorwochenniveau von 1,38 Euro (Berechnungsbasis: 1,28 Euro/kg) fixiert.

"Trotz dieser Verschnaufpause bleiben die zuletzt preisstimulierenden Rahmenbedingungen aufrecht: ein nicht weiter drückendes Angebot, die angelaufene Grillsaison und der zurzeit schier unstillbare Appetit chinesischer Konsumenten auf Schweinefleisch", erklärt Johann Schlederer von der Schweinebörse zu den kurzfristigen Marktaussichten.