Schafhaltung als Alternative

Schafe werden in Österreich als Alternative zu anderen Nutztieren gehalten. Neben Milch und Fleisch liefern sie Wolle, die zu hochwertigen Produkten verarbeitet wird.

Schafe auf der Weide Schafe auf der Weide Schafe auf der Weide
© Agrarfoto
Aufgrund des hohen Berg- und Grünlandanteils besitzt die Schafhaltung in Österreich eine besondere Bedeutung. Da die Rinderhaltung seit Jahren rückläufig ist, ist der Einstieg in die Schafhaltung eine Alternative, um als Landwirt tätig bleiben zu können.

Vorteile der Schafhaltung

Für die Hänge im Gebirge bedeutet die regelmäßige Beweidung durch Schafe, dass auch die harten Gräser gefressen werden. Durch die Schafhaltung wird die Verbuschung eingedämmt, die Hänge werden durch die Hufe der Schafe verfestigt und in der Folge bleiben begrünte Wiesen erhalten. Neben der Produktion von hochwertigen Lebensmitteln leisten Schafe auch einen wichtigen Beitrag zur Landschaftspflege.

In Österreich werden rund 355.000 Schafe gehalten

In Österreich werden rund 355.000 Schafe auf über 15.000 Betrieben gehalten. Mit durchschnittlich knapp 24 Schafen je Betrieb zeigt sich im Vergleich zum EU-Durchschnitt mit 144 Tieren eine sehr kleine Struktur.

Die größten Herden pro Betrieb gibt es mit über 500 Tieren in Großbritannien. Ein Grund für die kleinen Strukturen in Österreich ist, dass hierzulande viele Landwirte die Schafhaltung als Nebenerwerb oder Hobby betreiben.

Jährlich wird in Österreich von rund 250.000 Schafen die Wolle gewonnen. Der Wollertrag liegt bei ca. 850.000 kg. Die Rohwolle wird auf 2 Wegen vermarktet: Der größte Teil der Wolle wird über Wollhändler oder Wollaufkäufer vermarktet, der andere Teil über die Direktvermarktung.

Der Schafwoll-Erzeugerpreis ab Hof in Österreich liegt bei durchschnittlich 60 Cent (netto je kg). Hohe Preise werden mit rund 90 Cent je kg weit abgeschlagen in Kärnten erzielt. Niedrige Preise gibt es hingegen im Burgenland mit durchschnittlich 30 Cent je kg (Quelle: Statistik Austria).

Hochwertiges aus der Heimat

Die Wolle dient den Tieren als Isolierung gegen Kälte und Hitze. Um aus dieser ein hochwertiges Endprodukt zu produzieren, sind mehrere Arbeitsschritte notwendig. Der erste Schritt ist die Schur. Schafe werden im Allgemeinen einmal pro Jahr (Vollschur) geschoren. Bergschafrassen sollten aber zweimal jährlich (Halbschur) geschoren werden. Ob einmal oder zweimal geschoren, ist klimatisch bedingt. Junge Schafe sollten das erste Mal mit 5 - 6 Monaten geschoren werden. Der ideale Zeitpunkt für die Schur liegt zwischen Mitte Mai und Mitte Juli. Dieser Zeitraum hat den Vorteil, dass die Schafe durch den hohen Wollschweißanteil einfach zu scheren sind. Zusätzlich werden sie von der Wolle befreit, die im Hochsommer sehr belastend sein kann. Betrieben mit geringem Platzangebot im Stallgebäude ist es durchaus zu empfehlen, eine Winterschur durchzuführen. Eine Schur kann auch als hygienische Maßnahme vor dem Decken und dem Ablammen gesehen werden, um Infektionen zu vermeiden.
  • Die Wolle wird bereits beim Scheren nach Farbe und Qualität sortiert. Das Vlies wird gereinigt und in luftdurchlässige Säcke verpackt.
  • Nach der Beurteilung der Qualität wird die Wolle gewaschen. Ein Teil des Wollfettes bleibt nach dem Waschvorgang in der Wolle. Somit bleibt sie geschmeidig und erleichtert die weitere Verarbeitung.
  • Nach dem Ausrichten der Wollsträhnen und dem Färben erfolgt das Spinnen der Wolle zu Fäden. Mehrere Einfachgarne werden zu einem dicken Faden verzwirnt. Aus dem im Endeffekt entstehenden Wollknäuel können hochwertige Schurwollprodukte gestrickt oder gewebt werden.

Verschiedene Möglichkeiten

Die Wolle kann nicht nur gesponnen, sondern auch gefilzt werden. Mit heißem Seifenwasser und unter Druck werden mehrere, gut durchfeuchtete Wollschichten miteinander verbunden, bis sie verfilzen. Das Walken verfestigt den Filz und sorgt dafür, dass er schrumpft. Nach dem Trocknen steht einer Weiterverarbeitung des Stoffes, zum Beispiel zu Hausschuhen, nichts im Weg.
Informieren Sie sich in Ihrem Lagerhaus oder online in unserem Sortiment über Produkte für die Tierhaltung.
Artikel drucken Artikel empfehlen