EU-Schweinemarkt: Angebot normalisiert sich - Preise sind stabil

Mastschweine-Notierung bleibt in Österreich unverändert.

Wien, 26. Februar 2015 (aiz.info). - Im gesamten EU-Raum - bis auf wenige Regionen - sind derzeit die Angebotsmengen am Schweinemarkt größer als zuletzt. Die sehr rege Nachfrage der vergangenen Wochen hat sich mittlerweile beruhigt. Deutschland und zahlreiche andere Mitgliedsländer verzeichneten stabile Preise. Dass der EU-Verwaltungsausschuss diese Woche die Gewährung einer Beihilfe für die Private Lagerhaltung (PLH) von Schweinefleisch beschlossen hat, wird nicht von allen Marktpartnern mit Begeisterung aufgenommen. Diese Maßnahme wäre im Dezember und Jänner, als stark fallende Preise und große Angebotsmengen verzeichnet wurden, wirksamer gewesen, wird betont.

Im Verwaltungsausschuss stimmten die EU-Mitgliedstaaten mit einfacher Mehrheit für die Private Lagerhaltung. Deutschland, Spanien und Schweden lehnten sie ab. Auch EU-Kommissar Phil Hogan hatte sich, wie berichtet, noch auf dem EU-Agrarrat im Jänner dagegen ausgesprochen und dann eine Kehrtwende vollzogen. Auf der internationalen Agrarmesse, dem "Salon de l'Agriculture" in Paris, kündigte er Anfang dieser Woche Beihilfen für die PLH an. Die Gewinnmargen der Betriebe lägen rund 15% unter dem Durchschnitt der Vorjahre, weshalb viele Schweineproduzenten vor eheblichen Liquiditätsschwierigkeiten stünden. Die PLH sei die effizienteste Maßnahme zur Stabilisierung der Preise, betonte der Kommissar. Die Notierungen für Schweinefleisch hätten die Talsohle inzwischen durchschritten. Um den Erholungskurs zu unterschützen, solle es jetzt Beihilfen für die Private Lagerhaltung geben. Die Veröffentlichung der entsprechenden Verordnung im EU-Amtsblatt soll am 6. März erfolgen und die PLH drei Tage später in Kraft treten.

Österreich: Notierung soll zumindest stabil bleiben

In Österreich herrschen derzeit ähnliche Verhältnisse wie am gesamten EU- Schlachtschweinemarkt. Die Schweinebörse vereinbarte daher mit den Abnehmern, dass der Mastschweine-Notierungspreis unverändert auf dem Vorwochenniveau von 1,50 Euro (Berechnungsbasis: 1,40 Euro je kg) bleibt.

Für die kommenden Wochen geht die Schweinebörse von zumindest stabilen Erlösen aus. Zu Monatsbeginn sei der Frischfleischabsatz generell belebt, die Verarbeitungsbetriebe würden bereits verstärkt für Ostern produzieren. Der schwache Euro sei für exportorientierte Schlachthöfe förderlich, um Schweinefleisch außerhalb der EU bestmöglich zu vermarkten, wird betont.
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