Bundesforste pflanzen 500.000 Bäume zur Verstärkung des Schutzes vor Lawinen

Auch Schutzwald leidet unter Wetterextremen und klimatischen Veränderungen.

Wien, 8. Jänner 2015 (aiz.info). - Die Wetterverhältnisse der vergangenen Tage haben das Lawinenrisiko vielerorts wieder in den kritischen Bereich steigen lassen. Intakte Schutzwälder bieten natürliche Sicherheit und bewahren Siedlungen sowie Infrastruktur vor der Wucht der Schneemassen. Die Österreichischen Bundesforste (ÖBf) betreuen aktuell 84 Schutzwald-Projekte im gesamten Bundesgebiet. Zur Verstärkung dieses grünen Sicherheitsgürtels haben sie allein 2014 mehr als eine halbe Million Jungbäume nur in diesen Bereichen gesetzt. Der Schwerpunkt lag in Salzburg, Tirol, Oberösterreich und der Steiermark. Gepflanzt werden aufgrund der Höhenlange vorwiegend Nadelbäume wie Fichten und Lärchen, aber auch Zirben und Tannen. In gefährdeten Gebieten sind es vor allem die dicht wachsenden Fichten, die in ihren Kronen große Mengen Schnee auffangen können. Lärchen wiederum gelten mit ihren tief reichenden Wurzelsystemen als besonders standfest und steinschlagresistent. "Durch Wetterextreme und klimatische Veränderungen ist auch der Schutzwald im alpinen Raum verstärkt den Kräften der Natur ausgesetzt", verweist Vorstandssprecher Georg Erlacher auf die Gefahr durch Waldschädlinge wie den Borkenkäfer, der bedingt durch wärmere Temperaturen in immer höhere Lagen vordringt. Zusätzlich machen eine kurze Vegetationsperiode im Hochgebirge sowie Wild und Weidevieh dem natürlichen Baumnachwuchs zu schaffen. "Wo sich Bäume nicht von selbst verjüngen können, sind gezielte Aufforstungen mit standortangepassten Pflanzen für einen stabilen und funktionsfähigen Schutzwald unerlässlich", so Erlacher. Eine technische Verbauung käme zudem 100-mal teurer.

Überdurchschnittlich hoher Schutzwald-Anteil

Die Bundesforste bewirtschaften österreichweit rund 511.000 ha Waldfläche, davon ist etwa ein Drittel Schutzwald. Laut Erlacher eine "vergleichsweise hohe Quote", zumal der gesamte Schutzwald Österreichs rund 19% ausmacht. Den höchsten Anteil verzeichnen die ÖBf in Tirol mit 42.000 ha, gefolgt von Salzburg (35.000 ha). Vor allem entlang stark befahrener Transitrouten, Bahnstrecken oder rund um Skigebiete erfüllen diese Objektschutzwälder ihre wichtige Funktion als natürliches Schild vor Naturgefahren.
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