Den Wald regelmäßig nutzen

Die Erträge aus der Forstwirtschaft werden auch in Zukunft ein immer wichtigerer Einkommensfaktor der österreichischen landwirtschaftlichen und forstwirtschaftlichen Betriebe sein.

Holzabtransport aus dem Wald Holzabtransport aus dem Wald Holzabtransport aus dem Wald
© RWA
Der Grüne Bericht 2014 lässt leider einen Einkommensrückgang erkennen. Die Gründe dafür liegen in niedrigeren Preisen für Getreide und Ölsaaten, gesunkenen Erntemengen bei Körnermais, gestiegenen Aufwendungen für Futtermittel sowie verstärkten Investitionen in Maschinen und den verbunden höheren Abschreibungen. Durch Erträge aus der Forstwirtschaft konnten diese Rückgänge abgefedert werden, was die große Bedeutung der Forstwirtschaft als zusätzliches Standbein für landwirtschaftliche Betriebe unterstreicht.

Forst bleibt ein wichtiger Einkommensfaktor

Die Erträge aus der Forstwirtschaft werden auch in Zukunft ein immer wichtigerer Einkommensfaktor der land- und forstwirtschaftlichen Betriebe sein. Die traditionelle Sparkassenfunktion des Waldes, nach der Holz nur bei Geldbedarf geschlägert wird, ist überholt. Vielmehr wird das kontinuierliche Einkommen aus dem Wald als unverzichtbar erkannt.

Die Gründe dafür sind mannigfaltig: So wird man durch die laufende Einheitswertfeststellung daran erinnert, dass immer Steuern und Abgaben aus dem Waldbesitz zu leisten sind, unabhängig von Erntetätigkeiten. Wenn man nie den Wald nutzt, sinkt der laufende Zuwachs immer mehr bis zu dem Punkt, an dem mehr Holz im Wald verfault als zuwächst. Und dieser wenige Zuwachs stellt sich auf allen Flächen, auch den qualitativ minderen ein, nicht nur auf den wertvollen. Im stehenden Holz ist großes Kapital gebunden und wenn man nur alle paar Jahre nutzt oder nutzen muss, weil Käfer oder Wind einen dazu zwingen, ist das Risiko, den falschen Zeitpunkt gewählt zu haben, natürlich groß.

Laufende Nutzung senkt Erlösschwankungsrisiko

Laufende Nutzungen senken dieses Risiko, da man Schwankungen der Holzpreise besser ausgleicht. Und: Man streut das Schadensrisiko, wenn man verschiedene Altersklassen und daher verschieden Angriffsflächen gegen Stürme und Käfer hat. Junge und mittelalte Bestände haben wesentlich mehr Zuwachs als alte oder gar überalterte Bestände. Auch die Holzindustrie benötigt im Wesentlichen nur Stämme bis maximal 50 cm Durchmesser. Stärkere Stämme sind technisch schwer zu verwerten oder im Durchschnitt qualitativ schlechter (braun und grobastig). Alle vernünftigen Argumente sprechen also für eine regelmäßige Holzernte.

Das Argument gegen eine kontinuierliche Holznutzung, dass man auf bessere Holzpreise warte und die Holzpreise früher besser waren, stimmt bestenfalls vereinzelt. Zu bedenken ist, dass sich die Rahmenbedingungen stark geändert haben. Die Sägeindustrie Österreichs ist nicht mehr regional, sondern auch international tätig und muss auf internationalen Märkten konkurrenzfähig sein. Früher war man marktbeherrschend in Italien. Mittlerweile haben sich die Mengen dorthin in den letzten 7 Jahren halbiert. Märkte wie Nordafrika, der arabische Raum, Japan oder Amerika sind nicht immer einfach und sehr schwankend.

Hektarertrag in den letzten Jahren zufriedenstellend

Was bei Holzpreisvergleichen meist vergessen wird: Man kann heute aus dem Wald wesentlich mehr Holz entnehmen als früher: In den Holzhandelsusancen von 1976 gab es das Sortiment 1 a gar nicht. In den westlichen Bundesländern wurde vielfach erst ab der 2a an die Sägewerke geliefert. Heute gibt es hingegen Industrieholz ab 4 cm Zopf und auch Energieholz in allen Baumarten und jeglicher Qualität und Dimension. Der Ertrag pro Hektar liegt in den letzten Jahren sicher auf einem äußerst zufriedenstellenden Niveau.

Holzindustrie wartet auf Ihre Holzlieferungen

Sägerundholz Sägerundholz Sägerundholz
Stand Oktober 2014 © ÖSTAT
Die österreichische Holzindustrie benötigt den begehrten Rohstoff Holz und wartet mit offenen Toren und guten Preise auf das Holz aus unseren Wäldern.
Die Holzprofis der Lagerhäuser stehen Ihnen gerne mit Rat und Tat zur Seite, wenn Sie Informationen rund ums Holzgeschäft oder ein Schlägerungsunternehmer benötigen.
Autor:
DI Reinhard Pfeffer, RWA Holzabteilung
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