Holzmarkt im Sommer 2014

August 2014: Das erste Halbjahr brachte einen so turbulenten Holzmarkt wie selten zuvor. Die Lagerhaus-Holzprofis konnten durch ihre langjährigen Partnerschaften im In- und Ausland die Situation gut bewältigen.

Holzvermarktung mit dem Lagerhaus Holzvermarktung mit dem Lagerhaus Holzvermarktung mit dem Lagerhaus
© RWA
Kurz zusammengefasst die Ereignisse, welche den Holzmarkt besonders beeinflussten:

Milder Winter sorgte für große Holzmengen

Auf Grund des äußerst milden Winters konnte in allen Lagen Österreichs gearbeitet werden. Es schien, als würde jeder Waldbesitzer, der eine Motorsäge besitzt, diese auch verwenden und Bäume damit umschneiden. Dadurch kamen große Mengen auf den Markt, noch dazu überraschend und oft unkoordiniert. Durch den milden Winter wurde auch um bis zu 30 % weniger Heizenergie benötigt. Das hatte Auswirkungen auf den Pelletsmarkt, den Energieholzmarkt und den Brennholzmarkt.

Eisbruch in Südösterreich und Slowenien

Im Jänner regnete es bei tiefen Temperaturen, was zu Eisbildungen an Bäumen führte. Viele hielten der extremen Belastung nicht stand und brachen. Große Schäden gab es dadurch in Kärnten und Slowenien. Man spricht hier von bis zu 6 Mio. Festmetern.

Minderabnahme bei Faserholz

Das MDF-Werk in Hallein schloss im ersten Quartal seine Pforten. Hier fallen etwa 300.000 Festmeter Holzverbrauch weg. Im März explodierte in Pöls ein Kessel. Die Reparatur dauert bis Ende 2015 und der Ersatzkessel bringt nur etwa 40 % der Leistung. Zu guter Letzt gab es auch einen Ausfall im größten Biomasseheizwerk Mitteleuropas, in Simmering, welcher erst im Juni wieder behoben werden konnte.
Im Mai gab es dann noch einen Windwurf in der Slowakei mit bis zu 4 Mio. Festmeter Schadholz. Das erste Mal seit Jahren waren alle Holzverbraucher wieder ausreichend mit Holz versorgt, was einen entsprechenden Druck auf die Preise verursacht hat, welcher sich allerdings je nach Sortiment unterschiedlich ausgewirkt hat.

Sägerundholz: Eisbruch sorgt für Preisdruck

Die Preise für Sägerundholz sind um 5 bis 7 Euro/Festmeter gefallen, im Süden Österreichs noch stärker. Je nach Entfernung zu den Schadgebieten in der Slowakei und Slowenien sind die Rundholzlager unterschiedlich voll. Durch die Preisrücknahmen und die verspätete Abnahme im ersten Quartal ist die Einschlagsbereitschaft der Waldbesitzer momentan niedrig. Daher wird in Oberösterreich, Tirol und auch Südbayern wieder Holz gesucht. Preiserhöhungen sind hier allerdings nicht zu erwarten, da die Sägeindustrie selbst Probleme in der Schnittholzvermarktung und im Restholzbereich hat.

Industrieholz: Die Läger sind voll

Noch vor einem halben Jahr wurde geklagt, dass es zu wenig Holz in Österreich gibt, um eine wettbewerbsfähige Industrie aufrecht erhalten zu können. Mittlerweile hat sich durch oben genannte Gründe das Blatt gewendet. Die Läger der Papier- und Plattenindustrie sind voll. Während in Ober- und Niederösterreich sowohl Nadel- als auch Laubindustrieholz den Verträgen nach abgenommen werden, müssen in Südösterreich Waldlager aufgebaut werden. Eine Entspannung ist vorläufig nicht in Sicht, wahrscheinlich wird es erst 2015 wieder besser.

Waldhackgut: Die Lage entspannt sich

Bei Waldhackgut herrscht eine ähnliche Situation wie beim Faserholz, obwohl sich hier durch die Inbetriebnahme von Simmering die Lage zu entspannen scheint.

Holzvermarktung zu guten Preisen möglich

Die Lagerhäuser haben langjährige und schlagkräftige Abnehmer im In- und Ausland. Trotz der schwierigen, nicht vorhersehbaren Situation im Winter konnte dadurch die Holzabfuhr im Großen und Ganzen gut bewältigt werden. Auch jetzt kann man Holz zu guten Preisen vermarkten, obwohl die Spitzenpreise gekappt wurden. Unsere Holzprofis der Lagerhäuser stehen immer zur Verfügung.
Dieser Marktbericht dient lediglich der unentgeltlichen und unverbindlichen Information, er stellt weder ein Angebot noch eine Aufforderung zum Erwerb oder zur Veräußerung der erwähnten Produkte dar und basiert auf dem Wissensstand der mit der Erstellung betrauten Personen zum Erstellungszeitpunkt. Obwohl wir die von uns beanspruchten Quellen als verlässlich einschätzen, übernehmen wir für die Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität der hier wiedergegebenen Informationen keine Haftung. Insbesondere behalten wir uns einen Irrtum in Bezug auf Kurse und andere Zahlenangaben ausdrücklich vor.
Autor:
DI Reinhard Pfeffer, RWA-Holzabteilung
Artikel drucken Artikel empfehlen