Österreich hat im ersten Quartal um 37% mehr Holzpellets exportiert

Heimische Erzeugung zu 100% aus Sägenebenprodukten.

Wolfsgraben, 24. Juni 2015 (aiz.info). - Im ersten Quartal 2015 verzeichneten die österreichischen Pelletproduzenten einen Exportanstieg um 37% auf 90.100 t. Hauptzielländer sind Italien, gefolgt von Deutschland und Schweiz. Die Importe kommen überwiegend von österreichischen Sägewerksunternehmen, die Werke in Deutschland, Tschechien und Rumänien betreiben. Die Produktionskapazität in Österreich beträgt mittlerweile 1,478 Mio. t und liegt damit weit über dem aktuellen Bedarf, der im Vorjahr bei 810.000 t lag. Heimische Pellets stammen zu 100% aus Sägenebenprodukten. Ihre Verwendung verringert den CO2-Ausstoß im Vergleich zu Heizöl um 1,2 Mio. t im Jahr.

"Die Investitionen in die neuen heimischen Produktionsanlagen in Aspang, Wels und Martinsberg machen sich bezahlt. Wir weisen bei Pellets eine positive Handelsbilanz aus. Die vermehrten Exporte nutzen der heimischen Wirtschaft und mit der Nutzung im Inland werden über 1 Mio. t CO2 eingespart", berichtet Christian Rakos, Geschäftsführer von proPellets Austria. Die weltweite Pelletserzeugung stieg in den letzten fünf Jahren von 15,7 auf 27 Mio. t.

Positive Handelsbilanz

Österreich hat nach Schweden den zweithöchsten Pelletverbrauch pro Kopf weltweit. Rund 120.000 Haushalte aber auch viele Gewerbebetriebe, öffentliche Gebäude und Wohnhausanlagen heizen hierzulande damit. Ihr Verbrauch lag 2014 bei rund 810.000 t. Die freie Kapazität der Produktionsbetriebe sichert die Versorgung im Inland und lässt den Export steigen - laut Statistik Austria im ersten Quartal 2015 um 37% gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. Zeitgleich sind die Importe um 7% auf 67.000 t gesunken.

In der aktuellen Diskussion um importierte Pellets aus Kanada oder USA, die in Europa als Energieträger genutzt werden, um die CO2 Emissionen zu senken, verweist Rakos darauf, dass diese sogenannten Industriepellets in Kraftwerken in England, Belgien und Dänemark eingesetzt werden. Erzeugt werden sie in Kanada aus Sägespänen, in den USA überwiegend aus minderwertigem Faserholz von Kiefernholzplantagen, während Österreich nur Pellets erster Qualität zu 100% aus Säge- und Hobelspänen produziert, die mit dem ENplus-Qualitätssiegel ausgezeichnet sind. "Kurze Transportwege und der Einsatz erneuerbarer Energie bei der Erzeugung sorgen für eine exzellente Treibhausgasbilanz. Gegenüber der Verwendung von Heizöl liegt die Reduktion der CO2 Emissionen bei über 97%", so Rakos.

Doch selbst die Industriepellets aus Übersee würden eine klar positive Umweltbilanz ausweisen, so der Experte weiter, denn gegenüber Kohle könnten die CO2-Emissionen um 70 bis 80% gesenkt werden. "Strenge gesetzliche Nachhaltigkeitskriterien verpflichten die Kraftwerksbetreiber, die Herkunft der eingesetzten Holzmengen aus nachhaltiger Forstwirtschaft sicherzustellen. Durch den starken Rückgang der Papiernachfrage sind in den USA derzeit große Kiefernholzplantagen, die dafür angelegt worden sind, ohne Nutzung und können nun für die Pelletproduktion verwendet werden. Insgesamt machen die 5 Mio. t importierter Pellets aus Nordamerika nur 2% der aktuell in Europa als Energieträger genutzten Biomassemenge aus."
Artikel drucken Artikel empfehlen