Erlass über Ausnahmen zu "Silageverzicht" und "Bewirtschaftung von Bergmähdern"

Grund sind erhebliche Erschwernisse bei Heuernte durch anhaltenden Regen.

Wien, 11. September 2014 (aiz.info). - Aufgrund der besonderen Witterungsverhältnisse im heurigen Jahr, insbesondere mit der großen Anzahl von Regentagen in den Grünlandgebieten Westösterreichs, ergeben sich verschiedene Probleme, die im Verlängerungsjahr des ÖPUL 2007 zu teilweise massiven Problemen und Rückwirkungen auf die Vorjahre führen können. Daher hat das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (BMLFUW) in Bezug auf die Maßnahme "Silageverzicht" und im Zusammenhang mit Bergmahdflächen im Rahmen der Maßnahme "Bewirtschaftung von Bergmähdern" folgende Ausnahmeregelungen erlassen: In einigen Regionen Österreichs ist aufgrund der hohen Anzahl an Regentagen und den wenigen längeren Trockenphasen eine Heuernte nicht oder nur sehr schwer möglich. Um Betriebe nicht in eine Futtermittelknappheit zu treiben, wurde beschlossen, einen Ausstieg aus der Maßnahme "Silageverzicht" im Verlängerungsjahr 2014 auch nach dem 15.05.2014 zu ermöglichen. Bei Inanspruchnahme der Ausnahme wird im Antragsjahr 2014 keine Prämie für diese Maßnahme gewährt, gibt die Agrarmarkt Austria bekannt.

Bergmähder können auf GLÖZ G umdeklariert werden

Wenn die beantragte Nutzung "Bergmähder" mit den Codes BM1, BM2 beziehungsweise BM3 "witterungsbedingt" heuer nicht gemäht werden kann (auch arbeitstechnische Gründe, die sich aus der witterungsbedingten sehr späten Nutzung der Heimgutflächen ergeben, werden anerkannt!), ist es möglich, diese "Nichtnutzungen" der AMA schriftlich zu melden und die entsprechenden Flächen auch jetzt noch auf "GLÖZ G" umzudeklarieren. In diesen Fällen wird für die betroffenen Bergmahdflächen im Antragsjahr 2014 keine Prämie für ÖPUL und für die Ausgleichszulage (AZ) gewährt, es liegt aber auch kein Verstoß im Sinne der Verpflichtung "Nutzung zumindest jedes 2. Jahr" vor. Durch diese Vorgehensweise wird ein einzelflächenbezogener Ausstieg aus der Verlängerung ermöglicht, der keine Rückwirkung auf die bereits absolvierte Verpflichtungsperiode haben wird.

Für die Abwicklung der genannten Ausnahmeregelungen müssen folgende schriftliche Unterlagen an die AMA gesendet werden: Änderung des betroffenen "Bergmahd"-Schlages auf "GLÖZ G" in der Flächennutzung des Mehrfachantrages-Flächen 2014 (Maßnahme "Bewirtschaftung von Bergmähdern") beziehungsweise Meldung des Ausstiegs aus der Maßnahme "Silageverzicht", weiters eine schriftliche Begründung vonseiten des Förderungswerbers sowie eine Bestätigung über die besondere "Wettersituation" (diese kann zum Beispiel durch die Landwirtschaftskammer oder das Amt der Landesregierung beigebracht werden).

Bei Inanspruchnahme der Ausnahmeregelungen sind die erforderlichen Unterlagen umgehend der AMA zu übermitteln, um im Falle einer möglichen Vor-Ort-Kontrolle Beanstandungen und Unklarheiten zu vermeiden. Es wird empfohlen, die Papiere bei der örtlich zuständigen Landwirtschaftskammer einzureichen, die sie an die AMA weiterschickt. Einzelbetriebliche Meldungen an die AMA sind ebenso per Post, Fax oder E-Mail möglich, wobei diese die oben angeführten Anforderungen einschließlich der Bestätigung über die besondere "Wettersituation" erfüllen müssen.

Hinweis: Bergmahdflächen, die in die Maßnahme "Erhaltung und Entwicklung naturschutzfachlich wertvoller oder gewässerschutzfachlich bedeutsamer Flächen" (WF) eingebracht sind, fallen nicht in die Ausnahmeregelung. Bei etwaigen Problemen im Zusammenhang mit Projektauflagen ist das Einvernehmen mit der zuständigen Naturschutzabteilung des jeweiligen Landes herzustellen.
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