COPA-COGECA beklagt "unhaltbare Situation" auf den Agrarmärkten

EU muss wirksame Maßnahmen ergreifen.

Wien, 25. April 2016 (aiz.info). - "Wenn Milch weniger kostet als Wasser, läuft eindeutig etwas falsch", stellte Martin Merrild, Präsident des EU-Landwirteverbandes COPA, bei einem Treffen mit Vorsitzenden von Agrarverbänden und landwirtschaftlichen Genossenschaften aus ganz Europa Ende vergangener Woche in Brüssel fest. "Diese Situation ist nicht haltbar", monierte Merrild. Die von der EU zur Linderung der Lage verabschiedeten Maßnahmen hätten nur wenig Wirkung gezeigt. Die Marktlage insbesondere für Rind- und Schweinefleisch sowie Milch verschlechtere sich fortlaufend und werde durch das russische Einfuhrverbot für landwirtschaftliche Erzeugnisse der EU noch verschärft. "Es ist nicht hinnehmbar, dass die Landwirte die Zeche für eine politische Auseinandersetzung mit Russland zahlen. Die Schweinefleischpreise liegen niedriger als vor elf Jahren. Wieder Zugang zum russischen Markt zu erlangen, ist deshalb eine Priorität", erklärte der COPA-Präsident.

Die Bauern und landwirtschaftlichen Genossenschaften bräuchten Zugang zu Marktdaten, um besser vorausplanen und sich gegen Risiken absichern zu können. Zudem müsse die EU verstärkt tätig werden, um neue Märkte zu erschließen und Absatzförderungsmaßnahmen für landwirtschaftliche Erzeugnisse zu forcieren. Auch eine Gemeinsame Agrarpolitik (GAP), die in allen Mitgliedstaaten die gleiche ist und die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Landwirte sichert, sei nötig. "Denn die aktuelle GAP ist dazu nicht imstande", sagte Merrild.

Eine weitere Öffnung des EU-Marktes für Importe aus dem lateinamerikanischen Handelsblock Mercosur hätte "katastrophale Auswirkungen" für die Landwirte der Europäischen Union und insbesondere für die Rindfleischproduzenten. "Wir wollen gleiche Ausgangsbedingungen. Importe in die EU müssen unseren hohen Produktionsstandards entsprechen", mahnte der COPA-Präsident.

Europäische Investitionsbank muss Ergebnisse vorweisen

Thomas Magnusson, Präsident des landwirtschaftlichen EU-Genossenschaftsverbandes COGECA ergänzte, dass auch die Europäische Investitionsbank (EIB) endlich Ergebnisse vorweisen müsse, um die richtigen Finanzinstrumente zu entwickeln, mit denen Landwirten bei Investitionen in ihre Betriebe und bei der Verbesserung ihrer Wettbewerbsfähigkeit geholfen werden kann. "Es müssen unmittelbare Lösungen von Seiten der EU gefunden werden, um diese unvergleichliche Krise, die den Landwirten und agrarischen Genossenschaften seit Jahren zusetzt, zu bewältigen", zeigte Magnusson auf.