Smart Farming vernetzt Landwirte und Maschinen

RWA und Lagerhaus präsentierten Innovationen für höhere Effizienz in der Landwirtschaft

Wien, 24. August 2016 – Die RWA Raiffeisen Ware Austria und die Lagerhäuser boten auf dem Smart Farming Day am 23. August 2016 im Schloss Grafenegg einen umfassenden Überblick über den aktuellen Stand der Technik im Bereich der intelligenten Lösungen für den landwirtschaftlichen Bereich. Interessante Vorträge von Fachexperten und spannende Vorführungen vermittelten die große Bandbreite an technologischen Möglichkeiten, die in Zukunft den landwirtschaftlichen Betrieb nachhaltiger und effizienter gestalten und somit den Landwirten das Leben erleichtern.
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Mit dem Bodenproben-Fahrzeug können zur Bodenanalyse Proben aus dem Boden entnommen werden. Dadurch ist es möglich, den Dünger optimal an den Boden anzupassen. © Karl Schrotter
Die großen Trends der Landwirtschaft von morgen deuten sich bereits an: In Zukunft werden Nachhaltigkeit, automatisiertes und autonomes Fahren und das Nutzen von digitaler Vernetzung und digitalen Services für Landwirte immer wichtiger. „Betriebe werden immer größer, aber ihre Zahl geht zurück. Im Jahr 2025 wird es im Vergleich zu 2013 um 21 Prozent weniger Betriebe geben, sie müssen aber eine immer größere Anzahl an Menschen ernähren“, so Reinhard Wolf, Generaldirektor der RWA Raiffeisen Ware Austria, zu aktuellen globalen Entwicklungen.

Praxisvorführungen demonstrieren den aktuellen Stand der Technik

Die Lagerhäuser sind in diesem Bereich bereits sehr gut aufgestellt. Das zeigt die Vielzahl an innovativen und kreativen Projekten: Von Rentflex, der professionellen Vermietung von John-Deere-Traktoren als zusätzliches Dienstleistungsangebot, über die Lagerhaus-Drohne für Luftaufnahmen und Nützlingsausbringung bis hin zur neuen Innovationsplattform der RWA, der Agro Innovation Lab GmbH, reicht das breite Spektrum der RWA und der Lagerhäuser im Bereich Smart Farming. Auf dem Smart Farming Day begeisterte die Vorführung Lagerhaus-Drohne die Anwesenden ebenso wie die automatischen Lenksysteme, die Leistungsstärke der effizienten John-Deere-Großtraktoren und der gezielte Düngereinsatz.
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Eine Drohne bringt Schlupfwespen als Nützlinge gegen den Maiszünsler aus. © Karl Schrotter
„78 Prozent der Landwirte nutzen heute bereits das Internet für ihre Betriebsführung. Daher brauchen sie individuelle Services, die auf ihre persönlichen Bedürfnisse abgestimmt und leicht zu bedienen sind, gleichzeitig aber strengen Datenschutz gewährleisten“, unterstrichen Reinhard Bauer, Geschäftsführer der Agro Innovation Lab GmbH, und Christoph Pesl, Leiter Marketing Agrar/Technik der RWA, die Bedeutung der digitalen Veränderungen. Die Zukunft liegt neben dem Smart Farming vor allem in kreativen, innovativen Geschäftsmodellen wie Sharing oder Onlineplattformen sowie dem Urban Farming – also vollautomatisierten ferngesteuerten Systemen in Gärten oder Gewächshäusern. Hier liegt ein großes Potenzial an Ideen, das die Agro Innovation Lab mit dem Accelerator-Programm für innovative Start-ups erschließen möchte.

„Landwirte müssen in die Cloud“

Die Vernetzung schreitet in der Landwirtschaft ebenso wie in allen anderen Bereichen des täglichen Lebens weiter voran. Vernetzte Fahrer und vernetzte Maschinen ebenso wie Sensoren auf den Feldern, die den Landwirten die wichtigsten Eckdaten direkt auf den PC oder das Smartphone liefern, werden künftig den Agrarbereich dominieren. Wie wichtig die Speicherung von Daten und ihre Verarbeitung etwa für eine genaue, kostengünstige, bedarfsgerechte und ökologisch unbedenkliche Düngung sind, unterstrich Josef Bosch, Leiter der FarmFacts-Akademie. Mittels Selektivbeprobung ist es etwa möglich, für jedes Feld ein eigenes Applikationsmodell zur punktgenauen Düngung sowie individuelle Düngermischungen zu erstellen. „Bei Next Farming handelt es sich um ein einfach zu bedienendes und für alle PCs und mobilen Geräte geeignetes Cloud-basiertes System“, so Bosch. „Man kann also sagen: Die Landwirte müssen in die Cloud.“
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Auf dem Smart Farming Day wurden modernste John-Deere-Traktoren und Bodenbearbeitungsgeräte präsentiert. © Karl Schrotter
In dieselbe Kerbe schlug auch Tobias Menne, Verantwortlicher für Digital Farming bei Bayer Crop Science: Beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in der Landwirtschaft sei die Personalisierung entscheidend: „Landwirte, die genau wissen, was auf ihrem Feld passiert, haben hier einen Vorteil. Elektronische Hilfsmittel wie Apps, die durch ein simples Handyfoto Insektenbefall, Unkräuter oder Pflanzenkrankheiten erkennen, können Landwirte bei gezielten Maßnahmen unterstützen.“

Vernetzung und maßgeschneiderte Lösungen gewinnen an Bedeutung

Neben Innovationen ist auch die Perfektionierung bereits existierender Technologien ein wichtiger Punkt, denn eine stetig wachsende Weltbevölkerung und der höhere Lebensmittelbedarf verlangt auch eine Steigerung der landwirtschaftlichen Produktion. Heute können Erntemaschinen wie Mähdrescher nur 60 Prozent ihrer installierten Leistung ausnutzen, auch der Einsatz von Düngemitteln muss noch effizienter werden: Nur zehn Prozent treffen tatsächlich auf kranke Pflanzen, Unkraut oder Ungeziefer, wie Alfred Weber, bei John Deere für den Verkauf und die Händlerentwicklung in Österreich verantwortlich, ausführte: „Aus diesem Grund ist die Erarbeitung integrierter und ganzheitlicher Lösungen, die Maschinen, Fahrer und Felder vernetzen und durch Automatisierung eine zielgerichtete Bewirtschaftung ermöglichen, so wichtig.“
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Präsentation modernster John-Deere-Maschinen © Karl Schrotter
Robert Hilden vom European Technology Innovation Center von John Deere stellte schließlich das BatteryBoost-Konzept vor, ein preisgekröntes Energierückgewinnungssystem für landwirtschaftliche Maschinen, das die Nutzungsdauer deutlich erhöhen kann. So wird bei John Deere der steigenden Nachfrage nach integrierten und intelligenten Energiekonzepten – wie dem Smart Power Generator – Rechnung getragen.